25.10.2021


150 Millionen für einen neuen Palast der IHK Köln?

 

Am heutigen Tag befasst sich die Vollversammlung der IHK Köln erneut mit den Dauerthema "Neubau/Sanierung des IHK-Gebäudes". Schon seit dem Anfang der zweitausender Jahre hat die IHK von ihren Mitgliedern für das Projekt Millionen vereinnahmt. Das Verwaltungsgericht Köln hatte dabei auf Klage eines bffk-Mitgliedes feststellen müssen, dass es für das Abkassieren für ein solches Projekt lange keine Rechtsgrundlage gab.

Am Ende wurde im Oktober 2019 beschlossen, das alte Verwaltungsgebäude aufzugeben, zu verkaufen und einen Neubau in Köln-Mühlheim zu erwerben. Dieser Beschluss kam unter erheblichem Druck einer Gruppe von Vollversammlungsmitgliedern um die jetzt amtierende IHK-Präsidentin zustande, die auf die Festlegung eines Kostendeckels von maximal 40 Millionen Euro abzielten. Mit der Entscheidung für den mittlerweile vollzogenen Kauf der neuen Immobilie wurde dabei eine Beitragssenkung in Höhe von 14 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Auf diese Beitragssenkung warten die Kölner IHK-Mitglieder noch heute.

Mittlerweile ist aus dem ehemals kostenbewussten Vollversammlungsmitglied, Dr. Grünwald, die Präsidentin der IHK geworden. Und diese Präsidentin will jetzt eine andere, eine deutlich teuere Lösung. Der vollzogenen Kauf soll rückabgewickelt werden. Das alleine löst Schadensersatzkosten in Höhe von 2 Millionen Euro aus. Dazu soll der neue Sitz der IHK dann doch am alten Standort im Wege einer Sanierung entstehen oder aber zumindest in der Kölner Innenstadt realisiert werden. Bereits im Jahr 2019 wurden die Sanierungskosten auf rd. 60 Millionen Euro geschätzt. Fachleute beziffern die visionären - Kritiker sprechen auch von abgehobenen - Pläne für die Kölner Innenstadt so oder so, ob also im Wege der Sanierung des Altbestandes oder im Wege eines Neuerwerbs, auf mindestens 120 Millionen Euro. Geld und Kostenbewusstsein sollen also bei der Entscheidung wohl eher keine Rolle mehr spielen. Die neue Präsidentin will sich und der IHK ein prachtvolles Denkmal setzen. Zahlen werden dafür einmal mehr die Zwangsmitglieder.


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