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Der Medienpreis der IHKn                                                             (08. 03. 2012)

 

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, sich der Medien zu bedienen. Die Industrie- und Handelskammern nutzen – mit viel Geld der Zwangsmitglieder – eine breite Palette von Möglichkeiten.
Natürlich haben sie voll ausgestattete Presseabteilungen, in denen nicht selten lokale Journalisten das Amt des Pressesprechers (z.B. IHK Kassel) übernommen haben. Das sichert eine wohlige Nähe und eine den Kammern gewogene Berichterstattung. Gerne wird für eine Veranstaltung auch mal ein/e Journalist/in als Moderator gebeten (nur für Gotteslohn?); wer mag da noch kritische Artikel verfassen. Ist die lokale Presse aber dann doch zu kritisch, kann die Presseöffentlichkeit auch schon mal ausgeschlossen werden (IHK Heilbronn).

Daneben gibt es natürlich noch den Medienausschuss des DIHK, in dem sich – zu welchem Zweck auch immer – reichlich Presseprominenz tummelt. Aktive Chefredakteure deutscher Zeitungen, Vertreter des ZDF, eine Journalistin der Deutschen Welle und, und, und...... . Von einer gesunden Distanz zu einem möglichen Objekt der Berichterstattung kann da keine Rede sein.

Der Gipfel des Pressemarketings der Kammern wird aber mit der jährlichen Vergabe der „Ernst-Schneider-Preise“ erreicht. Dieser Preis wird in gleich 11 Kategorien verteilt. Die gesamten Preisgelder lagen 2011 bei mehr als 70.000,00 Euro. Dazu kommen nette Moderatoren (2011 ein Herr Oliver Welke – kost' ja alles nix). Der Clou bei dem Preis besteht aber nicht darin, jedes Jahr zwei Hände voll Journalisten und Journalistinnen kammergerecht als Preisträger zu ködern. Der wirklich Clou ist, dass es für jede Kategorie eigene Jurys gibt. Und in denen tummelt sich  die Creme de la Creme des deutschen Journalismus und findet selbstverständlich gar nichts dabei. Es ist nicht bekannt, ob und wie viel Aufwandsentschädigungen die Juroren erhalten. Wahrscheinlich kommt es darauf auch gar nicht an. Networking entfaltet das ihm eigene schwüle Klima gerne beim geselligen Beisammensein in Hinterzimmern und bei Sektempfängen und sonstigen Feierstunden. Und so pflegen die Kammern Jahr für Jahr beim Ernst-Schneider-Preis hochrangigste Pressekontakte, selbstverständlich zum Wohle der Wirtschaft. Zahlen tun die Zeche wie immer ungefragt die Zwangsmitglieder der Kammern.

 

Wie hoch die Zeche konkret ist, wird am Beispiel der IHK Kassel deutlich. Auf Anfrage wird von dort mitgeteilt, dass sich die IHK den Spass im Jahr 2011 satte 3.766,00 Euro kosten ließ. Weil das aber immer noch nicht reicht sind für 2012 gleich 5.262,00 Eruo eingeplant (wohlgemerkt: das ist der Anteil von einer von 80 IHKn). Eine Steigerung von mal eben 39 Prozent.

 

 

 


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