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02.10.2016


Hanseatische "Ehrenleute" für Rechtsbruch in der Handelskammer

 

Wo in den durchschnittlichen IHKn im Sinne des IHK-Gesetzes zur Steigerung des Selbstwertgefühls gerne die Wahrung von "Sitte und Anstand ehrbarer Kaufleute" bemüht wird, kommt in Hamburg noch das Hanseatische hinzu. In der Kombination soll der Eindruck enstehen, dass es dort an der Elbe besonders Hanseatische Tugenden wie Ehrlichkeit, Respekt und Verlässlichkeit gepflegt werden.

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Hamburg zeigt sich im Praxistest nun, wie viel bzw. besser wie wenig solche Tugenden in Hamburg tatsächlich bei den Hanseaten wert sind. Gleich drei "ehrbare" Hanseaten tun sich dabei hervor.

 

Den Anfang machte die BILD-Zeitung. Dass ihr Kommentator Markus Arndt das Urteil und den Kläger heftig kritisierte und bei der Gelegenheit auch gleich alle Handelskammerkritiker als Querulanten beschimpfte, ist zwar nicht besonders fein, aber im Sinne der Meinungsfreiheit sein gutes Recht. Das war dem Herrn aber noch nicht hanseatisch-speziell genug und so rief er flott zum offenen Rechtsbruch auf:

 

"BILD empfiehlt Herrn Melsheimer: 1. Einfach Rede wie bisher halten.

Nicht den Mund verbieten lassen. Das sehen übrigens selbst hochrangige

Senatsmitglieder so. 2. Und ruhig den Eklat riskieren. Kaum zu glauben,

dass ein Polizist den Saal stürmt, um Sie vom Podium zu holen

oder das Mikro abzustellen."

 

Im Klartext heißt das, Melsheimer und die Handelskammer sollen das Urteil eines Hamburger Gerichtes einfach ignorieren, wenn es ihnen (und anderen) nicht passt.

BILD HH TweetDass es tatsächlich dann weitere Hanseaten gibt, die diesen Aufruf zum Rechtsbruch prima finden, wird deutlich, wenn man sieht, wer den Tweet zu diesem Kommentar mit einem "gefällt mir" versehen hat. Da ist zunächst Tom Heinkel, der als Managing Director tatsächlich sogar mal im Plenum der Handelskammer saß und mit seinem Like dem Aufruf zum Rechtsbruch die gewisse hanseatisch-kaufmännische Note verleiht.

 

Auch bei einem weiteren hanseatischen Ehrenmann kam der BILD-Aufruf gut an. Michael Neumann, ehemaliger Hamburger Innensenator und Fraktionsvorsitzender der SPD in der Hamburger Bürgerschaft vermochte sich für den Kommentar so zu begeistern, dass er nicht nur ein Like setze, sondern den Tweet gleich verbreitete, auf das noch mehr Hamburger Ehrenleute den Spaß am Rechtsbruch gewinnen können. Bei so viel hanseatischem Anstand, Ehr- Rechtsgefühl sieht man Kleinkriminalität gleich in einem ganz anderen Licht.


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