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30.05.2016


Hauptamtlicher Kammerfunktionär als Präsident der Lüneburger Kaufleute

 

ein Kommentar von Kai Boeddinghaus, bffk-Geschäftsführer

 

Immer, wenn wir beim bffk meinen, nun hätten wir an Missständen und Absurditäten in der Kammerorganisation wirklich alles erlebt, lässt sich wieder eine Kammer, ein Kammerfunktionär etwas neues einfallen. Das ist einerseits erfreulich, weil es so nicht langweilig wird. Andererseits haben wir ein großes Interesse, dass sich die Kammerorganisation zum Besseren entwickelt. Mit solch' einem Kammerbonzen wie dem amtierenden Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg kann das sicher nicht gelingen.

Als Hauptgeschäftsführer der IHK ist Michael Zeinert qua Gesetz dazu verpflichtet, das Gesamtinteresse der Wirtschaft im Kammerbezirk ausgleichend und abwägend zu berücksichtigen. Wohlgemerkt, das Gesamtinteresse.

Leserbrief A. HauchNun hat sich Zeinert erst kürzlich zum Präsidenten des Vereins Lüneburger Kaufleute wählen lassen. Ich will an dieser Stelle nicht über den Zustand eines Vereins von Kaufleuten sinieren, der sich von einem Berufsfunktionär repräsentieren lässt, der persönliches unternehmerisches Risiko nur vom Hörensagen kennt. Da das ein Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft ist, können und dürfen die tun und lassen, was sie wollen. bffk-Mitglied des Monats Mai 2016, Aniko Hauch hat dazu allerdings ihren Standpunkt mit einem Leserbrief deutlich gemacht.

Viel spannender ist aber die Frage, wie der Kaufleute-Präsident Zeinert mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer Zeinert einen Interessenkonflikt vermeiden will. Denn die Kaufleute - immerhin ebenfalls Mitglieder der IHK - dürfen erwarten, dass ihr Präsident eben die Kaufleute-Interessen vertritt und nichts sonst.

Ich hege keine Zweifel, dass man weder bei der IHK noch bei Herrn Zeinert Sorge haben muss, dass dort ein Interessenkonflikt gesehen wird. Es braucht ohnehin ein gerütteltes Maß an Schizophrenie, um in einer Zwangsverkammerung eine Stärkung der Wirtschaft zu verorten. Diese Schizophrenie wird auch helfen, den Interessenkonflikt zwischen dem IHK-Funktionär Zeinert und dem Kaufleute-Präsidenten Zeinert geflissentlich zu übersehen.

In seinem Verein kann sich Herr Zeinert beim "Herrenessen" dann jedenfalls von Kolleginnen wie Aniko Hauch erholen, deren Blick auf die Lebensrealität abseits von Funktionärs-Hängematten von einem Selbstverständnis unternehmerischer Verantwortung geprägt ist.


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