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26.11.2018


IHK Ostthüringen sehr krank

 

Die zahlreichen Prozesse gegen die Industrie- und Handelskammern wegen der vielfach praktizierten rechtswidrigen Vermögensbildung fördern am Rande erstaunliche Erkenntnisse zutage. So erklärte in der öffentlichen mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Gera die Vertreterin der IHK Ostthüringen in der vergangenen Woche, die einzige zur Verfügung stehende Möglichkeit zur Abschätzung der Beitragsentwicklung sei die Übermittlung der Daten der Finanzämter über die tatsächliche Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen. Schon diese Aussage überraschte erheblich. Denn die IHK selber führt Konjunkturumfragen durch. Deren Ergebnisse nützten hier aber leider nichts erklärte die IHK-Vertreterin den verdutzten Zuhörern. Welchem Zweck solche Umfragen dann aber dienen könnten, wenn sich damit – in Folge der Prognose einer wirtschaftlichen Entwicklung – nicht auch eine Prognose der Gewerbeerträge verbindet, war nicht zu klären. Dass andere IHKn - teilweise mit großem Stolz - ein ganzes Arsenal von Prognoseinstrumenten ins Feld führen, die in Ostthüringen nun aber gar nicht geeignet sein sollen, sorgte bereits für Verwunderung.

Noch erstaunlicher war die Erklärung der IHK über den hohen Krankenstand, der zuletzt bei 11 Prozent gelegen habe. Dass auch dies aus Sicht der IHK zu gänzlich unkalkulierbaren Entwicklungen bei den Personalkosten führen soll, wollen wir an dieser Stelle ausblenden. Viel wichtiger scheint uns die Fragestellung, was die Mitarbeiter/innen der IHK derart erkranken lässt. Denn der durchschnittliche Krankenstand der gesetzlichen Krankenversicherung lag in den Jahren 2016 (4,25 %) und 2017 (4,2%) sehr deutlich darunter. Die Statistik des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) differenziert auch nach Branchen. Aber auch hier wird für das Jahr 2016 in der Öffentlichen Verwaltung lediglich ein Krankenstand von 7,79 Prozent vermerkt. Im Dienstleistungsgewerbe – und die Kammern sehen sich ja selbst lieber als wirtschaftliche Dienstleister und weniger als Behörde – liegt der Krankenstand laut BGF nur bei 3,74 Prozent. So oder so muss sich die IHK Ostthüringen fragen lassen, was zu einem solchen Krankenstand führt bzw. was dafür getan wird, von diesem schlimmen Niveau wegzukommen. Die IHK-Vertreterin jedenfalls hinterließ vor Gericht den Eindruck, als könne sich das durchaus fortsetzen/wiederholen. Denn genau damit begründete sie die Schwierigkeit bzw. Unmöglichkeit auch zukünftig, die Personalkosten valide zu prognostizieren.


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