20.05.2021


Prüfungsarbeiten veröffentlicht – Rechtsbruch in der HWK München

Beim Umgang mit Projekt- bzw. Prüfungsarbeiten ist es in der HWK München zu einem massiven Bruch von Datenschutzbestimmungen, Vertraulichkeit und Verschwiegenheitsverpflichtungen gekommen. Insgesamt sechs Arbeiten, die sämtlich mit einem Sperrvermerk versehen waren und höchst sensible und individuelle Unternehmensdaten und Geschäftszahlen enthielten, wurden vollständig anderen Kursteilnehmern zugänglich gemacht und fanden so den Weg in die allgemeine Öffentlichkeit. Der bffk erhielt ebenfalls eine Mail, der diese sechs Arbeiten beigefügt waren. Die Führung der HWK München, die erst über den bffk von diesem Leck Kenntnis erhielt, betont in ihrer Stellungnahme, dass sämtliche internen Regelwerke missachtet worden seien. Die HWK selber stelle den Prüfungsteilnehmern u.a. regelhaft Vordrucke für die Sperrvermerke zur Verfügung, um auch damit den Schutz der Vertraulichkeit zu sichern. In seiner Stellungnahme gegenüber dem bffk spricht der Hauptgeschäftsführer der HWK München von „illegalem Handeln“ und betont, dass die HWK den Vorfall mit allem Nachdruck aufklären werde. Anders als der anonymer Zusender an den bffk  behauptet, sei der Handwerkskammer aber über weitere vergleichbare Fälle nichts bekannt. Die Kammer will den Vorfall zum Anlass nehmen, „alle bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern ehrenamtlich tätigen Prüferinnen und Prüfer nochmals auf ihre Verschwiegenheitsverpflichtung aufmerksam zu machen.“ Auch rechtliche Konsequenzen werden seitens der HWK nicht ausgeschlossen.


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