27.05.2020


Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein droht die Zahlungsunfähigkeit

 

Der Vorstand der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein drohte der Kammerversammlung mit Rücktritt, sofern diese nicht einer geänderten Beitragserhebung zustimmt und die von der Landesregierung angebotenen drei Millionen Euro Finanzspritze annimmt.

Bisher wurde die Finanzspritze abgelehnt, da diese mit der Auflage verbunden ist, eine bindende Umfrage unter den Pflegekräften über den Fortbestand der Kammer durchzuführen.

 

Da nur etwa 6.000 der ca. 27.000 von der Kammer Betroffenen eine Selbstauskunft erteilt haben, will die Kammer nun auf einen pauschalen Beitrag umsteigen. Damit sollen die Pflegekräfte unter Druck gesetzt werden. Wer weniger verdient, wird sich melden, wer mehr verdient muss sich melden. Gleichzeitig wird die monatliche Zahlweise ausgesetzt, um schneller an das Geld zu kommen. Man kann eine gewisse Parallele zu Niedersachsen sehen.

 

Mit einer Finanzspritze müssen für die Jahre 2018 und 2019 keine Beiträge eingefordert werden. Bisher hat man sich mit Bankkrediten über Wasser gehalten. Doch diese reichen nicht mehr aus und müssen auch bedient werden.

 

Dass die Kammer erheblich in Schieflage geraten ist, erkennt man auch daran, dass die Geschäftsführerin der Kammer, Sandra Füllenbach, gekündigt hat.

 

Die Präsidentin Patrizia Drube steht unter enormen Druck. Sollte die Verhandlung mit der Landesregierung zu keinem positiven Ergebnis kommen, droht das wirtschaftliche Aus der Kammer.

 

Bericht der SHZ Bildzitat


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