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Mitglied des Monats September 2010 - Klaus Marwede

 

 

 

Klaus Marwede ist Unternehmensberater im Bereich Vertrieb und Marketing. Mit "seiner" örtlichen IHK - Braunschweig ist er vielfältig in Kontakt. Seine Meinung zum Kammerzwang ist dabei durchaus zwiespältig.

Klaus Marwede wäre unter bestimmten Umständen sogar für (!!) einen Kammerzwang. Die Kammern müssten dann in ihren Aufgaben auf die Bereiche beschnitten werden die den Kammerzwang rechtfertigen und sich aus anderen Aufgaben konsequent heraushalten. Für bestimmte Prüfungs- und Kontrollaufgaben (z.B. im Dualen System der Berufsausbildung) befürwortet er die Pflichtmitgliedschaft nämlich ausdrücklich, denn wenn diese Aufgaben alternativ von einer Behörde wahrgenommen würden würde nach seinen Worten ja auch nichts besser.

Als Beispiel für das "IHK - Problem" nennt der Unternehmensberater die Tätigkeiten wo die IHK ganz gezielt in Wettbewerb zu ihren Pflichtmitgliedern tritt (Bildungsträger, Berater, Dienstleister in speziellen Bereichen).
Von diesem Aspekt war Klaus Marwede als Vorstandsmitglied des Beraterverbandes inhalt.com e.V. letztes Jahr auch selbst betroffen und wandte sich damals hilfesuchen an den bffk.
Die IHK Braunschweig (bei der er übrigens seit mehreren Jahren Mitglied im IuK-Ausschuß ist) hatte sogenannte "Fachkundige Stellungnahmen" für Existenzgründer für 95 Euro angeboten - und sich gleichzeitig zunächst geweigert das Angebot von Klaus Marwede, der die Stellungnahmen für Gründungen aus Arbeitslosigkeit kostenlos anbietet, auf der eigenen Webseite gleichermaßen deutlich zu veröffentlichen.Gerade zu dieser Wettbewerbsneutralität sind aber die Kammern aufgrund einiger BGB-Urteile eindeutig verpflichtet, und auch eine Selbstverpflichtung der DIHK-Mitglieder sagt aus, dass Kammern die in Wettbewerb zu ihren Pflichtmitgliedern treten die Angebote ihrer Mitglieder gleichermaßen intensiv bzw. an gleichermaßen prominenter Stelle darstellen müssen wie sie die eigenen Angebote bewerben.

In einem Mediationsverfahren setzte Klaus Marwede sich schließlich durch. Seine zuständige IHK zeigt heute in gutem Einvernehmen das oben genannte Angebot.

 


Ein weiteres plakatives Beispiel für das Fehlverhalten der Kammern sieht Klaus Marwede in dem Vorhaben der IHK Braunschweig für eine Großveranstaltung der Wirtschaftsjunioren mit 100.000 Euro zu bürgen. Er fragt: "Warum bürge ich mit meinen Pflichtbeiträgen für eine Veranstaltung eines Verbandes mit dem ich nicht angehöre? Bin ich etwa auch Zwangsmitglied der Wirtschaftsjunioren?" Um die Ambivalenz beim Thema Kammerzwang ganz deutlich zu machen verhält sich Klaus Marwede selbst genauso "widersprüchlich": Er kandidiert einerseits für die Vollversammlung der IHK Braunschweig die im Herbst neu gewählt wird. Andererseits ist er Mitunterzeichner der EU-Beschwerde des bffk gegen den Kammerzwang.

Klaus Marwede ist überzeugt, dass der Kammerzwang in den nächsten Jahren fallen wird, wenn die Kammern sich nicht endlich wieder auf ihre eigentlichen (Pflicht-) Aufgaben zurückziehen. Aus seiner Sicht wäre sehr schade wenn das Gute am deutschen Kammerwesen am gelebten Unwesen der Kammern scheitern würde.

 

 

 

 

 


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