Der Kammerbericht 2025 – Licht ins Dunkel der Kammer-Finanzen

Der Kammerbericht 2025 des Bundesverbandes für freie Kammern e.V. (bffk) ist erschienen. Unter dem Titel „Licht ins Dunkel der Kammer-Finanzen" nimmt er Beiträge, Personal und Effizienz der IHKn im Transparenzcheck unter die Lupe – und kommt zu einem ernüchternden Befund: Wo kein externer Druck besteht, ändert sich wenig.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Kammerberichtes 2025 ist das sogenannte „risk tool" des IHK-Dachverbandes DIHK, mit dem die IHKn ihre Rücklagen „wissenschaftlich" zu rechtfertigen versuchen. Der bffk hat ein unabhängiges Fachgutachten in Auftrag gegeben – mit vernichtendem Ergebnis: Das Tool weist in fast allen methodischen Kernpunkten gravierende Schwächen auf, die sämtlich in dieselbe Richtung zeigen: zu hohe Rücklagen. Weder Quellcode noch methodische Dokumentation wurden je offengelegt. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die Zwangsbeiträge erhebt und dabei ein Berechnungswerkzeug einsetzt, dessen Funktionsweise sie geheim hält – das ist, wie der bffk feststellt, kein Kavaliersdelikt, sondern ein Rechtsstaatsproblem.

Beim Effizienzvergleich der IHKn zeigt der Kammerbericht 2025 nach zehn Jahren Beobachtung: kaum Fortschritt. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 607 Mitgliedern je Vollzeitäquivalent – nahezu identisch mit dem Wert von 2014. Dabei verdeckt der Durchschnitt extreme Unterschiede: Zwischen der effizientesten und der personalintensivsten IHK liegt ein Faktor von 3,3. Gleichzeitig ist der Unternehmenskontakt in vielen Kammern dramatisch eingebrochen. Bei einigen IHKn wurden zwei Drittel und mehr der früheren Unternehmensbesuche gestrichen – und das bei gleichzeitig gewachsenem Personalbestand. Mehr Personal, weniger Kontakt zur Mitgliedschaft: ein Muster, das der bffk seit Jahren kritisiert.
Der jährliche Beitragsvergleich bestätigt erneut den chaotischen Wildwuchs bei der Beitragsveranlagung. Den Rekord bei den Erhöhungen 2025 hält die IHK Gera/Ostthüringen, die ihre Umlage schlicht verdoppelt hat. Demgegenüber hat die IHK Hannover ihre Umlage auf den bundesweiten Tiefstwert gesenkt. Von einer kohärenten Beitragspolitik kann keine Rede sein.
Das Thema Pflegekammer Rheinland-Pfalz dominierte das Jahr 2025 wie kaum ein anderes. Rechtswidrige Pressemitteilungen, eine missachtete Unterlassungserklärung, Demonstrationen in Mainz, Trier und Koblenz, ausführliche Berichterstattung in überregionalen Medien.
Das politische Vorwort des Kammerberichtes 2025 hat Gordon Schnieder, Vorsitzender der CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag und Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz, der sich intensiv mit der Pflegekammer Rheinland-Pfalz beschäftigt, beigesteuert.

Link zum Kammerbericht 2025 des bffk

Link zur Pressemitteilung des bffk

13.04.2026