Paukenschlag - Pflegekammergeschäftsführer muss gehen
Der Aufräumer wurde abgeräumt. Anders kann man die Freistellung von Pflegekammer-Geschäftsführer David Dietz und sein Vertragsende zum 30. September 2026 nicht bezeichnen. Wie dem bffk von mehreren Mitgliedern der Kammerversammlung bestätigt wurde hat der Vorstand die Trennung von dem 45jährigen, der gerade erst vergeblich nach dem Vorsitz der FDP in Rheinland-Pfalz gegriffen hat, in der Sondersitzung am vergangenen Dienstag bekannt gegeben. Auch wenn Dietz die Erwartungen hinsichtlich einer zuverlässigen und mitgliederorientierten Verwaltung ganz sicher nicht erfüllt hat und durch zahlreiche Fehlleistungen in die Kritik geriet, so muss sein Abgang dennoch als klassisches Bauernopfer bezeichnet werden. Denn Präsident der Kammer ist seit ihrer Gründung Dr. Markus Mai. In seiner Verantwortung lagen nicht nur die Fehlgriffe bei der Auswahl der Geschäftsführungen – in der 10jährigen Geschichte hat die Pflegekammer davon mittlerweile vier verschlissen - , in die Verantwortung von Mai fallen die in allen (!) Wirtschaftsjahren rechtswidrigen Wirtschaftspläne, der skrupellose und vorsätzlich rechtswidrige Griff in die Taschen der Mitglieder und nicht zuletzt die manipulative und völlig zurecht gescheiterte Mitgliederumfrage. Mai aber, der in seiner Amtszeit von Skandal zu Skandal und von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen eilt, klebt an seinem Präsidentenamt und verkauft dies als die „Übernahme von Verantwortung in schwerer Zeit“.
Zwei Maßnahmen hat der Vorstand der Pflegekammer unter Mais Führung nun nach dem besiegelten Abgang von David Dietz beschlossen. In der Geschäftsführung soll es nach bffk-Informationen soll es nun Thorsten Müller richten. Verwaltungserfahrung hat er keine. Aber der selbstständige Dipl.Pflegewirt „versteht sich als Boutique“ wie er auf seiner Internetseite wissen lässt. Ob es genau das ist, was die dauer-kriselnde Pflegekammer jetzt braucht, darf man bezweifeln. Von einer Ausschreibung der Stelle ist nichts bekannt. Stattdessen hat wohl jemand ganz gezielt in Thorsten Müllers Pflege-Boutique eingekauft.
Mit der zweite Maßnahme will der Vorstand der Pflegekammer Zweiflern und Zweifeln entgegentreten. Wie dem bffk berichtet wurde, soll neben der hauseigenen Kommunikationsabteilung nun auch noch eine externe Kommunikationsagentur beauftragt werden. Mit einer solchen Entscheidung ist bereits die Pflegekammer NRW böse in die Kritik geraten. Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz, die eben noch reklamierte für eine seriöse Mitgliederbefragung nicht über ausreichende Mittel zu verfügen und die Politik in die Pflicht nehmen wollte, leistet sich jetzt also einen teuren Geschäftsführungswechsel nebst einem kostspieligen „pimp-my-image-Auftrag“ an eine Kommunikationsagentur. Und an die Spitze stellt sie einen Menschen, der außer seiner freudigen Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Pflegekammer über keinerlei relevante Kammer- und Verwaltungserfahrung verfügt. Finanziert werden die neuesten Eskapaden dabei zuverlässig aus den Taschen der Pflegekräfte, deren Vertretung die Mainzer Kammerfürsten für sich beanspruchen.
Die Pflegekammer wollte sich dazu nicht äußern. Eine Stellungnahme/Pressemitteilung sucht man auf der Internetseite vergeblich.
28.05.2026