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Mitglied des Monats Oktober 2017 - Dieter Deringer

 

 Dieter Deringer

 

Seit Januar 2002 ist Dieter Deringer bereits Mitglied beim Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker e.V.. Im August 2017 trat er dann auch dem bffk bei.
Er ist Autodidakt, der seit Oktober 1989 als selbständiger Korbflechter und Kunsthandwerker, konsequent nur mit eigener Ware lebt und arbeitet. Werkstattverkauf und Handwerksmärkte, Auftragsarbeiten sowie Korbflechtseminare sind seine unternehmerischen Standbeine. Obwohl sein Einkommen immer noch unterhalb des Existenzminimums liegt, gelingt es ihm von und mit seiner Arbeit zu leben,
Von 1992 bis 1995 hat sich Dieter Deringer gegen die Zwangsmitgliedschaft in der HWK gewehrt. Nach vielen Briefen und Telefonaten führte ein Rundfunkauftritt dazu, dass er zunächst bis auf weiteres beitragsfrei gestellt wurde. Im Jahr 2014 erhielt er nach 20 Jahren dann wieder einen Beitragsbescheid. Er machte Vertrauensschutz geltend und war ein weiteres Jahr befreit. Auch gegen den Bescheid 2015 klagte er. Vorausgegangen waren etliche Briefe an die Politik und an die HWK. Vor dem Verwaltungsgericht konnte er dann zumindest einen Vergleich erreichen, wonach auch der Beitrag 2015 hinfällig wurde. Der zähe Widerstand führte dann sogar zu einem (im Ergebnis fruchtlosen) Besuch des Präsidenten und Hauptgeschäftsführers der HWK in seiner Werkstatt. Dieter Deringer meint, "das viele Briefeschreiben macht keinen Spass, doch von alleine ändert sich nichts."

 

www.flechtwerk-dieter-deringer.de

 

Nachtrag vom 23. März 2018:

Im Rundbrief des Vereins Flechtwerk hat Dieter Deringer den folgenden Beitrag geschrieben:

 
"Steter Tropfen höhlt den Stein                                

über meine Auseinandersetzung mit der Hwk-RT wurde in meiner Vorstellung als Mitglied des Monats Okt. /2017 informiert.
Dieses deutsche Kammerzwangssystem kann ich nicht akzeptieren, weil es meinem Verständnis von Freiheit widerspricht, weil es ungerecht und verlogen ist, weil es nicht in eine freiheitlich, demokratische Gesellschaft passt...
Deswegen setze ich mich schon lange für die Abschaffung des Kammerzwangs ein – und meine Zähigkeit und Ausdauer hat sich für mich ausgezahlt.

Die erste, über 3 Jahre dauernde Auseinandersetzung, brachte 20 Jahre Beitragsbefreiung, die zweite zog sich gleichwohl über 3 Jahre hin und hat nun die Löschung als Ergebnis, mit der Begründung, die ich schon vor 26 Jahren vorgetragen habe!!!... steter Tropfen höhlt den Stein.

In einem seiner letzten Schreiben schrieb der Hauptgeschäftsführer der Hwk: „...denn ich habe - ich hoffe sie erinnern sich – wärend unseres Telefonats den Philosophen Voltaire zitiert, der nach einem heftigen Streitgespräch mit einem anderen Herrn gesagt haben soll:

„Ich kann ihre Meinung überhaupt nicht teilen, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass sie sie überall auf der Welt sagen dürfen.“

Der Schluss meines Erwiederungsschreibens war:

„Halten wir’s also weiterhin mit Voltaire und setzen uns dafür ein, dass alle nicht nur ihre Meinung sagen sondern auch ihr Leben leben dürfen ohne unsinnige Bevormundungen. Nochmals, ein friedliches Zusammenleben ist leicht möglich, wenn man den Anderen in seinem Anderssein akzeptiert und gelten läßt, seine eigenen Grenzen einhält und die anderer respektiert und nicht ungefragt überschreitet oder anders ausgedrückt, was du nicht willst was man dir tut, das füge keinem anderen zu,

es kann so einfach sein...

Nie habe ich daran gezweifelt und ich war mir immer sicher, „ die werden mit mir nicht fertig, das läuft anders rum“. Konstantin Wecker’s Lied „Willy“ half da auch. “...man muß kämpfen bis zum Umfallen, auch wenn die ganze Welt den Arsch offen hat oder grad deswegen!...“

oder „ wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt ...“ und „ wer nicht kämpft, hat schon verloren...“  seit 22. 2. 2018 bin ich gelöscht und kein Zwangsmitglied mehr!

Es lohnt sich, sich für seine Freiheit und Unabhängigkeit einzusetzen, dieses ungerechte Kammerzwangssystem muß nicht hingenommen werden !