Staatsanwaltschaft ermittelt gegen IHK-Präsidenten

Wie der Bayerische Rundfunk und der Spiegel berichten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ex-BayWa-Chef Lutz wegen Untreueverdachts. Umstritten ist der frühere Konzenrboss schon länger. In einer bemerkenswerten öffentlichen Schlammschlacht mit seinem Nachfolger führte nach nur wenigen Monaten Knall auf Fall zum Rückzug von Lutz als als Aufsichtsratschef der BayWa. In dem damaligen Streit ging es um die Frage der Verantwortung des ökonomischen Absturzes des einst so soliden BayWa-Konzenrs. Jetzt geht es um Untreuevorwürfe.

Eine besondere Note bekommt der Fall, weil Klaus-Josef Lutz nicht nur Chef der BayWa war, sondern zu seinen zahlreichen Mandaten auch die Präsidentschaft der IHK München und des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) gehört. Dazu kommt noch seine Mitgliedschaft im Präsidium der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Dachorganisation der IHKn.

Selbstverständlich gilt auch für Klaus-Josef Lutz zunächst die Unschuldsvermutung. Dass Lutz aber auch nach der unappetitlichen öffentlichen Kabale um die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten in der BayWa-Krise auf seinen IHK-Posten verblieb, wurde schon damals auch ausgesprochen kritisch beurteilt. Denn mit der von der IHK-Organisation stets selbstgefällig betonten Attitüde des Handelsn "ehrbarer Kaufleute" hatte dies wenig gemein. Allerdings ist beim Blick auf die an Skandalen reiche Geschichte der Kammerorganisation auch der vorliegende Fall ein gutes Beispiel, dass es hinter der Fassade der ehrbaren Kaufleute gelegentlich eher schmuddelig aussieht. Erinnert sei hier an den Fall des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT), der nach den rechtskräftigen Feststellungen des Oberlandesgerichtes Köln Geschäftspartner sittenwidrig vorsätzlich geschädigt hat. Oder den amtierenden Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel, gegen den seit 2022 Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken hinsichtlich seiner Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer der HWK Saarland anhängig sind.

Immerhin soll Lutz wohl - zumindest bei der IHK München - sein Amt jetzt ruhen lassen. Ob dies auch für die anderen IHK-Ämter gilt, ist nicht bekannt.

16.01.2026