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IHK-Berlin: falsche Zahlen für teures Gebäude?                         (03. 02. 2014)

 

Dass der Sitz der IHK Berlin, das Ludwig-Erhard-Haus, für die Berliner Zwangsmitglieder ein teures Vergnügen ist, ist nichts Neues. Wie viel der Luxusbau am Ende gekostet haben wird, das weiß zuverlässig angesichts der laufenden Rechtsstreitigkeiten noch niemand genau. Vor der Vollversammlung wurde im Januar aktuell das Prozesskostenrisiko auf 1,7 Millionen Euro beziffert. LEH - Finanzierungsskizze - 2014Die Schaubilder, die die Finanzierungsmodelle für den Bau des Kammersitzes verdeutlichen sollen, lassen ahnen, dass die Kammerfunktionäre den Überblick längst verloren haben – wenn sie ihn denn je hatten. Soviel ehrliche Selbstkritik, wie sie im Buch des ehemalige Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Thomas Hertz, zu lesen ist „Das Bauvorhaben hat von Anfang an unter einer (…) nicht geeigneten Organisationsstruktur gelitten“, gibt es schon lange nicht mehr. Durchgesetzt haben sich in der Kammer die, die nach außen die heile Welt vorgaukeln. Das war schon 1997, so lange zieht sich das teure Desaster nun schon hin, so, wie Thomas Hertz in seinem Buch offen legte. Über eine damalige Pressekonferenz schreibt er „Diese positiven Nachrichten überlagern denn auch in der Berichterstattung über die Pressekonferenz von Dr. Hertz die schlechten, so ist es gewollt“.
Wohin aber mangelnde Transparenz führt, dafür gibt es auch bei den Kammern vielfältige Beispiele. IHK Berlin - Annuitäten 2008Schon im Jahr 2008 hatte der bffk darauf hingewiesen, dass die von der IHK-Führung der Vollversammlung vorgelegten Zahlen über die jährliche Belastung der fehlerhaft sind. Denn tatsächlich tauchen in den damaligen Tabellen Belastungen für die Jahre 2002, 2007 und 2012 doppelt auf. Das schien schon damals in Berlin niemanden zu stören.
In der Vollversammlungssitzung am 10. 01. 2014 wurden wiederum die aktuellsten Tabellen vorgelegt. Wieder könnte man meinen, dass die IHK für die genannten drei Jahre gleich doppelte Raten für das Ludwig-Erhard-Haus zu leisten hätte.
IHK Berlin - Annuitäten 2014Es ist schon bemerkenswert, dass eine Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, die wirtschaftliche Kompetenz der Mitglieder zu repräsentieren, noch nicht einmal in der Lage ist, eine fehlerfreie Darstellung der Kosten für das eigene Gebäude vorzulegen. Genauso bemerkenswert wie die Tatsache, dass aus den Reihen des Ehrenamtes nicht lauter Protest zu hören ist. Es gäbe nur einen Grund, dies nicht zu kritisieren. Dann nämlich, wenn tatsächlich in den drei Jahren 2002, 2007 und 2012 doppelte Raten zu zahlen waren. Dann wäre das Ludwig-Erhard-Haus aber nochmal um etliche Millionen teurer als bisher kalkuliert.

 


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