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02.11.2015


Handwerkskammer Koblenz traut sich Transparenz und Dialog

HWK Koblenz - 30OCT15Das, was die Führung der Handwerkskammer Koblenz in Sachen Transparenz und Dialog mit dem bffk auf den Weg gebracht hat, ist bundesweit sicher einzigartig. Alleine die Bereitschaft, sich umfassend mit der Kritik an der Haushaltsführung, der Rücklagenbildung und mangelnder Transparenz in einem offenen Dialog auseinander zusetzen, war neu. Das entwickelte Konzept, insbesondere aber auch die Bereitschaft zukünftig auf Betriebsmittel- und Ausgleichsrücklage zu verzichten, ist zukunftsweisend. Dies gilt vor allem deswegen, weil die Rücklagenbildung zukünftig transparent erfolgt und sich damit jeder sachlichen Kritik stellen will. Zu der jährlich vorgesehenen Fortschreibung gehört auch, den Bestand an Fortbildungszentren im Hinblick auf den Bedarf bzw. Doppelstrukturen mit anderen Organisationen zu überprüfen.
Der bffk wurde gefragt, was denn daran nun so besonders und lobenswert wäre? Die Antwort ist recht einfach. Wir haben als Verband die selbstverständliche Notwendigkeit einer solchen transparenten Planung eingefordert und die Kammern (sowohl IHK als auch HWK) diesbezüglich kritisiert. Zur Realität gehört aber eben auch, dass es diese Selbstverständlichkeit bislang nicht gab. Wenn jetzt eine Kammer bereit ist, diesen Schritt zu gehen, dann verdient das Anerkennung. Weniger, weil die Kritik des bffk dabei eingeflossen ist, sondern viel mehr deswegen, weil jedem Kenner der Szene klar sein muss, dass den Koblenzer Handwerks-Funktionären aus all den Ecken der Kammerorganisation, in denen man sich bequem und selbstherrlich im Status Quo eingerichtet hat, der Wind mächtig entgegen bläst. Denn ab jetzt wird sich jede IHK und jede HWK fragen lassen müssen, warum sie fachlich nicht in der Lage ist, das Selbstverständliche zu praktizieren.

Wird sich der bffk nun mit dem Erreichten zufrieden geben? Sicher nicht. Denn es gilt natürlich, dass die HWK Koblenz in der Pflicht steht, das vorgelegte Konzept mit Leben zu erfüllen. Das sieht man vor Ort in der HWK aber auch nicht anders. Und klar ist auch, dass der bffk von der Forderung nach der Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft nicht abrückt. Das Bemerkenswerte war ja, dass sich die HWK in Kenntnis der grundsätzlichen Ausrichtung des bffk dennoch auf den fachlichen Dialog eingelassen hat. Und für den bffk ist klar, dass er sich an der Debatte um  die organisatorische Entwicklung der Kammern beteiligen muss. Denn das formulierte Ziel ist nicht die Abschaffung der Kammern sondern der Abschaffung des Kammerzwanges. Moderne, transparente, demokratische Kammern brauchen aus Sicht des bffk das Instrument des Kammerzwanges nicht. Hier gilt, was der Präsident der Schweizer Handelskammern formulierte, dass die freiwillige Mitgliedschaft „eine Glaubwürdigkeit, die wir bei einer Zwangsmitgliedschaft nicht hätten“ vermittelt. Voraussetzung dafür kann aber nur eine demokratische und transparente Organisationsstruktur sein.

Wenn die HWK Koblenz an dieser Stelle die grundsätzliche Forderung des bffk ausdrücklich nicht teilt und sich dennoch dem Dialog stellt und die sachliche Kritik aufnimmt und umsetzt, so ist dies im Hinblick auf die Entwicklung einer notwendigen konstruktiven Streitkultur ein gutes Zeichen - und sicher nicht selbstverständlich für die Kammerorganisation.

 


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