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03.09.2015


IHK Oldenburg - gut 1,7 Millionen Euro verschwunden

BITTE BEACHTEN SIE UNSERE KLARSTELLUNG VOM 19. DEZEMBER 2015

Dem Selbstverständnis der IHKn entspricht es, sich als Kompetenzzentren der Wirtschaft zu präsentieren. Effizienter, effektiver und natürlich besser als die öffentliche Verwaltung arbeiten die Kammern – angeblich.
Zum „Dienstleistungsangebot“ gehören dann auch Informationsangebote zur Buchführung und zum Bilanzwesen, die auch die IHK Oldenburg verbreitet. Mit welcher Kreativität die IHK ihre eigene Bilanz führt zeigt ein Blick auf die Bilanzen der Jahre 2012 und 2013. (Siehe hierzu auch die Aktualisierung am Ende des Artikels!)


IHK Oldenburg - Bilanz 2012So hat die IHK ihr festgesetztes Eigenkapital (Nettoposition) zum 31. 12. 2012 von knapp 600.000,00 € auf 2,3 Millionen Euro erhöht. Es darf bereits bezweifelt werden, ob diese Erhöhung zulässig war. Denn üblicherweise ist die ausnahmsweise Anhebung der Nettoposition nur dann zulässig, wenn sie unmittelbar einhergeht mit einem Zuwachs der unveränderlichen Sachanlagen in gleicher Höhe. Das ist vorliegend nachvollziehbar nicht der Fall.
IHK Oldenburg - Bilanz 2013Noch spannender ist dann aber der Blick in die Bilanz zum 31. 12. 2013. Denn dort wird als Vorjahreswert mitnichten nun ein Eigenkapital von 2,3 Millionen aufgeführt. Wohin auch immer die gut 1,7 Millionen Euro im Jahr 2012 geflossen sind, in der Bilanz des Jahres 2013 sind sie wieder verschwunden. Stattdessen findet sich dort als Vorjahreswert für 2012 der niedrige Betrag aus dem Jahr 2011. Aber um überflüssige Millionen scheint man bei der IHK Oldenburg immer noch nicht verlegen, weswegen das Eigenkapital wie schon im Jahr zuvor um den gleichen Betrag (gut 1,7 Millionen Euro) angehoben wird.
Auch hier war keine Anhebung beim unveränderlichen Sachvermögen zu verzeichnen, weswegen auch diese Anhebung wohl auch vom Grundsatz schon unzulässig gewesen sein dürfte.
Viel spannender ist aber die Frage, wo sie hin sind die Millionen?. Denn wenn man in zwei Jahren zwei Mal mehr als 1,7 Millionen ins Eigenkapital bucht und hatte vorher knapp 600.000,00 € dort stehen, wäre es im Sinne der Bilanzgenauigkeit zielführend, wenn am Ende auch mehr als 4 Millionen Euro im Eigenkapital stehen würden. Tatsächlich ist die zweimalige Anhebung des Eigenkapitals jetzt aber im Ergebnis nur ein Mal angekommen. Wo also sind sie, die nun fehlenden gut 1,7 Millionen Euro?

Der bffk hat zur Klärung die Rechtsaufsicht im niedersächsischen Wirtschaftsministerium eingeschaltet.

 

Link zur Bilanz der IHK Oldenburg zum 31. 12. 2012

Link zur Bilanz der IHK Oldenburg zum 31. 12. 2013

 

 

Aktualisierung vom 04. 09. 2015

PS.: Die IHK informiert uns heute, dass irrtümlich für das Jahr 2012 eine falsches Dokument als Bilanz ins Internet gestellt wurde. So etwas kann natürlich passieren. Auch beim bffk passieren Fehler. Es bleibt dann aber natürlich die Frage, mit welcher rechtlichen Legitimation das Eigenkapital einmalig um gut 1,7 Millionen Euro angehoben wurde, wenn nicht gleichzeitig das unveränderliche Sachvermögen in eben diesem Maße anwuchs. Und nur dann wäre aus unserer Sicht ein Zuführung zum Eigenkapital zulässig. Für die Zwangsmitglieder der IHK Oldenburg bleiben diese 1,7 Millionen Euro nämlich verschwunden, weil sie zukünftig dem Haushalt nicht mehr zur Verfügung stehen.


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