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13.04.2015


Neue Hauptgeschäftsführung in der IHK Kassel – Schummelei bei der Personalauswahl

Am kommenden Mittwoch soll die Vollversammlung der IHK Kassel-Marburg eine neue Hauptgeschäftsführerin wählen. Was seit einem Pressebericht in der Lokalzeitung bisher nur ein Gerücht war, ist seit der knappen Information an die Vollversammlungsmitglieder weniger als eine Woche vor der Sitzung nun offiziell. Die ehemalige Bereichsleiterin beim DIHK und als Wirtschaftssenatorin in Berlin gescheiterte Sybille von Obernitz soll nun an die Spitze der IHK Kassel-Marburg rücken.
Etliche Beobachter sprechen davon, dass mit dieser Personalie der IHK-Dachverband DIHK ein offenes Versorgungsproblem lösen kann, blieb doch die ehemalige Bereichsleiterin nach dem missglückten Ausflug in die Politik ohne Anschlussverwendung.
Wer den sogenannten Personalfindungsprozess in der IHK Kassel-Marburg betrachtet, kann sich hier bestätigt sehen.
Im Spätsommer 2014 wurde vom Präsidium der IHK ohne Beteiligung der Vollversammlung im Alleingang eine Findungskommission installiert. Außerhalb der Tagesordnung wurde die Vollversammlung darüber im Oktober 2014 gerade mal informiert. Nach Intervention der kammerkritischen Wahlinitiative „Kammern ohne Zwang – Hessen“ einigte man sich auf eine Erweiterung der Kommission um zwei Mitglieder aus der Vollversammlung. Das war es dann aber auch. Bis zum Februar 2015, als der Findungskommission dann eine Kandidatenauswahl präsentiert wurde, gab es keine Sitzungen und keinerlei Einfluss der Kommission auf den Auswahlprozess. Da der Findungskommission zu keinem Zeitpunkt eine Übersicht aller Bewerbungen zur Verfügung gestellt wurde, konnte diese auch keine Wünsche für mögliche Vorstellungsgespräche äußern. Was folgte war die Entscheidung für von Obernitz aus der von wem auch immer vorsortierten knappen Auswahl. Eine Entscheidung, der das Präsidium der IHK wie selbstverständlich folgte.
Gab es also tatsächlich keinerlei Einflussnahme aus der IHK auf den Auswahlprozess der in Köln ansässigen Agentur? Das muss bezweifelt werden. Denn einerseits ist ein Auswahlprozess ohne jede weiteren klar definierten Kriterien absurd und lebensfremd. Vonseiten der IHK wird das Vorhandensein eines solchen internen Kriterien-Katalogs auch nicht wirklich dementiert. Allein - gesehen haben ein solches Werk bisher weder die Mitglieder der erweiterten Findungskommission noch die Mitglieder der Vollversammlung. Für eine Einflussnahme aus der IHK auf den Auswahlprozess spricht auch, dass nicht berücksichtigte Bewerber berichten, dass sie „auf Wunsch“ der IHK nicht zu den Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden. Wer also aus der IHK hat solche Wünsche geäußert? Die erweiterte Findungskommission jedenfalls war es sicher nicht.
Am Ende präsentiert sich am kommenden Mittwoch also der Vollversammlung eine Bewerberin, deren Karrieresprung an die Spitze der IHK Kassel-Marburg irgendwo in den Hinterzimmern zwischen Berlin, Kassel und Köln ausgewürfelt zu sein scheint.
Die erweiterte Findungskommission der IHK hatte daran nur einen geringen Anteil. Die Vollversammlung der IHK soll und wird – so steht es zu befürchten – die Personalie jetzt abnicken.


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