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Deutsche Handwerkskammern werben für polnische Handwerker                (03. 09. 2013)

 

In einem größer werdenden Europa ist gegen den Austausch grenzüberschreitender Dienstleistungen nichts einzuwenden. Oder vielleicht doch? Zumindest viele Handwerksbetriebe beklagen, dass dieser Austausch viel zu oft mit Preis- und Lohndumping verbunden ist. Kommen z.B. auf Baustellen in Deutschland polnische Handwerker zum Einsatz, dann liegt dies fast immer daran, dass aufgrund deutlicher niedrigerer Löhne lokale Handwerksbetriebe verdrängt werden. Würden die gleichen Sozialvorschriften, denen auch deutsche Betriebe unterliegen angewandt, würde schon alleine die weite Anfahrt deutsche Baustellen für ausländische Anbieter relativ unattraktiv machen. Weil aber Preis- und Lohndumping gerade auf dem Bau den Markt bestimmen - Bedingungen, unter denen die lokalen Handwerksbetriebe massiv leiden – kommen verstärkt ausländische Anbieter legal und illegal auf deutsche Baustellen.
Da ist es schon sehr bemerkenswert, dass ausgerechnet in der aktuelle Ausgabe der Deutschen Handwerkszeitung vom 09. 08. 2013 in der Rubrik „Geschäftsverbindungen“ eine Anzeige erscheint, in der polnische Handwerker-Teams für das Bauhandwerk ihre Leistungen anbieten. Die Deutsche Handwerkszeitung wird laut Impressum von 23 Handwerkskammern herausgegeben, deren offizielles Organ diese Zeitung ist. Die Handwerkskammern aber haben den gesetzlichen Auftrag, die Interessen der zwangsweise zusammengeschlossenen Betriebe zu vertreten. Dazu kann sicherlich nicht gehören, die Billig-Konkurrenz für die Zwangsmitgliedsbetriebe mit der Veröffentlichung von Anzeigenwerbung zu fördern und damit diesen Mitgliedsbetrieben das Leben schwer zu machen.
Wie weit sich die Funktionäre im Elfenbeinturm ihrer Kammern von den Interessen im Handwerk entfernt haben, wird an diesem Beispiel überdeutlich.


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