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Handwerkskammer Aurich – nur die Spitze des Eisberges?      (08. 11. 2013)

 

Die offizielle Reaktion der Handwerkskammer in Aurich auf die Vorwürfe, der amtierende Präsident wäre als Handwerker schon lange nicht mehr aktiv, war vorhersehbar. „Halbwahrheiten“, „nicht sauber recherchiert“, so schallt es aus der Pressemitteilung der HWK. Dabei wird auch bestritten, was nie in der Kritik stand. „Die Wahl von Amstätter zum Präsidenten ist fehlerfrei gelaufen......“, erklärt die Kammer. Etwas anderes hat der bffk auch nie behauptet. Entscheidend ist, ob Amstätter heute noch als Handwerker (und nicht irgendwie freiberuflich oder gewerblich) aktiv ist. Denn nur dann kann und darf er die Handwerkeskammer führen.
Tatsächlich scheint mit den Vorwürfen aber nur die Spitze des Eisbergs an die Öffentlichkeit gekommen zu sein. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Handwerkskammer hat gegenüber dem bffk schriftlich erklärt, dass auch die Vorgänger von Amstätter, als Pensionäre das Präsidentenamt ausfüllten. Namentlich werden dabei insgesamt drei ehemalige Kammerpräsidenten genannt. Alle drei sollen, teilweise schon vor ihrer Wahl, als Handwerker nur noch „Karteileichen“ in der Handwerksrolle gewesen sein. Amstätters Vorgänger soll seinen Betrieb zwar zu Beginn noch selber geführt, später dann aber dauerhaft verpachtet haben.
Diese Angaben des ehemaligen HWK-Mitarbeiters seien mittlerweile auch der Rechtsaufsicht im Wirtschaftsministerium vorgelegt worden. Gegenüber dem bffk wird der Sachverhalt von einem weiteren hochrangigen Handwerksfunktionär aus Niedersachsen, der die Verhältnisse in Aurich und die handelnden Personen kennt, in allen Einzelheiten bestätigt.
Die Funktionäre in der Handwerkskammer Aurich sind gut beraten, deutlich weniger Energie in eine rechtfertigende Öffentlichkeitsarbeit zu stecken, und stattdessen auf die Einhaltung von Recht und Gesetz zu achten. Es ist zu hoffen, dass der Ankündigung der Rechtsaufsicht im niedersächsischen Wirtschaftsministerium hier aufzuklären, auch Taten folgen. Nach dem Versagen um die HWK Hildesheim steht das Ministerium jetzt in der Pflicht.

Die Vorwürfe gegen den amtierenden Präsidenten sind bezogen auf den Handwerkskammerbezirk Aurich also wohl nur die Spitze des Eisberges. Nach Erfahrungen aus anderen Kammerbezirken (Hildesheim, Konstanz) muss man davon ausgehen, dass dies wohl ein strukturelles Problem ist, welches weit über Niedersachsen hinausgeht. Es handelt sich wohl eher um einen bundesdeutschen Eisberg.

 


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